HANSUELI STETTLER

elektrosmog im strassenverkehr

Eine Wissenslücke, die es zu schliessen gilt

Das Wissen über Effekte der in unserem Lebensraum vorhandenen elektromagnetischen Felder ist in der Bevölkerung nicht sehr verbreitet. Hochspannungsleitungen führen unter anderem zu Krebs (IARC, 2001). Noch weniger weiss man als Laie über die mittlerweile äusserst stark verbreitete hochfrequente Strahlung. Ein Schulfach dazu gibt es leider noch nicht...

Die Behörden wie BAG und BAKOM informieren uns nicht umfassend genug, sie sind auch heute noch befangen- als Eigentümer von Funkbetreibern wie der Swisscom, der SBB und des Polycom-Systems; bei Hochspannungsleitungen auch die Kantone und eine grosse Zahl integrierter lokaler Stromnetzbetreiber. Die Behörden sind nicht informiert oder dürfen ihr kritisches Wissen nicht anwenden - und werden gerne von uninformierten Leuten wie Bundesrätin Leuthard noch genasführt...  Die Swissgrid als nationale Stromnetzbetreiberin sorgt mit einem umfangreichen (27 köpfigen, Januar 17)  Verwaltungsrat, dass alle Regionen etwas involviert sind und ein bisschen mitreden dürfen....

Eine deutlich andere Sprache sprechen unabhängige Konsumenten-Organisationen. Elektromagnetische Felder führen unter anderem zu Krebs, hochfrequente Strahlung führt sicher bei langfristiger Exposition zu sehr vielen gesundheitlichen Schwierigkeiten, von burn-out bis zu Krebs und frühzeitigem Tod von Menschen im Nahbereich von Funksendern. Diagnose-Funk, GigaherzKompetenz-Initiative sind solche verlässlich unabhängige Quellen. Bei der Bio-Initiative (englisch) sind auf über 1500 Seiten sämtliche Studien mit nachgewiesenen Effekten - zum Teil sehr weit unterhalb der gültigen Grenzwerte (Stand 2012) dokumentiert.

antennemessung
War diese Antenne schuld am Selbstunfall am Zürcher Bürkliplatz vom Juni 2010 mit zwei unbeteiligten Toten? (siehe hier)

 

Effekte von Elektrosmog im Verkehrsgeschehen

Im Verkehr in der Schweiz ereignen sich täglich dutzende Unfälle - 2015 waren es 17.800 (polizeilich gemeldete) Fälle.
Ein bestimmter Teil davon scheint irrationale, aber letztlich erklärbare Motive zu haben (männliche Raser, fehlende Aufmerksamkeit wegen Handy, Suizid u.a.m.), ein anderer Teil davon macht allerdings einfach nachdenklich:

Menschen, die über 40 bis 50 Jahre teils unfallfrei gefahren sind, stehen plötzlich vor dem Rätsel, einen völlig "sinnfreien" Unfall wie eine etwas zu weit gefahrene Kurve oder eine spontane Kollision mit dem Gegenverkehr zu verursachen.
Menschen, die zum Beispiel in Städten oder auf der Autobahn fahren, erleiden Herz-Attacken; Berufschauffeure steuern in Tunnelwände - oder sterben einfach, am Lenkrad.
unfallbild
Viele machen fatale "Fahrfehler´" und fahren spontan in Bäume oder haben im Beruf tragische Unfälle wie hier dieser tragische Absturz eines Muldenkippers in Wohlen.

Solche Unfälle haben wahrscheinlich eine gemeinsame Ursache:


Lokale, auf das Nervensystem wirkende, starke elektromagnetische Felder oder lokale Spitzen von hochfrequenter, gepulster Strahlung.

Vor Jahren habe ich mich darum erstmals mit diesem Thema befasst und tausende Dokumente dazu bearbeitet – mit dem Tunnelunglück von Sierre im März 2012 wurde die Fragestellung in jeder Hinsicht existentiell. Mittlerweile begegne ich bei der fortschreitenden Analyse bereits mehreren Unfall-Hot-Spots, d.h.Orte, wo sich das immer gleiche Muster abspielt - z.B. Kappel am Albis vor dem "Adler" , Solothurn: Grenchenstrasse, Moosseedorf....und:  sehr häufig auch Autobahnstrecken mit Hochspannungsleitungen.

Elektromagnetische Felder und gepulste Funk-Strahlung sind unsichtbar. Es braucht dazu Messgeräte und eine spezifische Messtechnik, die im Fall von lokalen Feldern ziemlich aufwendig ist:

Messungen, filmische Aufzeichnungen, Fotografien, Netzrecherchen, Unfallrecherchen usw.: alles mit dem Bestreben, die Dokumentationen dazu nachvollziehbar und so genau wie möglich zu erstellen.

Wichtig ist: elektromagnetische Felder von Strom-Übertragungsleitungen können, je nach Betriebszustand der Anlagen, vorhanden sein - oder auch nicht. Ohne Stromtransport besteht kein Feld; mit starken Übertragungsleistungen zu Spitzenzeiten im Sommer kommen aufgrund der thermischen Last (mit bis zu 80° Temperatur) noch tiefer hängende Kabel... Mit den häufigen Doppel-Belegungen der Hochspannungsleitungen können sich die Felder noch verstärken; die Phasen-Optimierung geht im hektischen Strommarkt vergessen. Solche elektromagnetische Felder können Absenzen auslösen, Gesichtsfeldstörungen oder Herzrhythmusstörungen bewirken.

 

Funksender sind nach meiner Erfahrung allerdings ziemlich permanent in Betrieb. Die Leistungsausbauten der vergangenen Jahre und der entsprechende Mehrverkehr an Daten können durchaus einen verstärkten Einfluss auf das Unfall-Geschehen im Haupt-Sendestrahl haben. Die Fernregulierung (Winkel-Verstellung) dieser Sender ist heute zudem fast überall Standard, die bei den Abnahmemessungen eingehaltenen Werte werden offensichtlich sehr häufig überschritten, wie eine Untersuchung in Schwyz gezeigt hat. Neuere Sender haben mittlerweile verbreitet sogenannte "Nacheil-Möglichkeiten", d.h. es besteht die Möglichkeit, kurzfristige Richtungsänderungen der Empfänger abzubilden. http://www.emf-forschungsprogramm.de/akt_emf_forschung.html/dosi_HF_004_ZwB_01.pdf.

Eine im April 17 publizierte Studie von Zang, Sumich und Wang zeigt, dass neurologische Effekte im Hirn stattfinden könnten, die auch zu Schlafstörungen führen könnten (Several studies indicate an increase in cortical excitability and/or efficiency with EMF exposure, which appears to be more prominent in fronto-temporal regions and has been associated with faster reaction time. Cortical excitability might also underpin disruption to sleep)

Wenn eine differenziertere Untersuchung der Unfallorte und vorher gefahrenen Strecken aufzeigen kann, dass sich ein grosser Teil solcher Unfälle im Bereich der Hauptsendeleistung von Sendern ereignet, kann mit hoher Plausibilität ein solcher Einfluss postuliert werden.

Die bisher analysierten Unfälle zeigen in einer Indizienkette auf, dass eine solche Plausibilität besteht. Bei den "Unfallberichten" sind solche typischen Abläufe beschrieben, die Fälle stehen exemplarisch für jährlich jeweils dutzende Unfälle mit dem gleichen Grundablauf; wie beim hier dargestellten Autobahn-Unfall, wo eine ältere Frau einfach so mal "neben die Strasse" geriet:

elektro verkehr 0jpg Seite 35

Der Sender steht rechts nach dem Tunnelausgang. Die ziemlich lineare Fahrt nach lins (auf dem Bild: rechts),  "ins Grüne" der trennenden Fläche zwischen den Fahrspuren startete etwa 200m nach der Vorbeifahrt und  Exposition der Fahrerin durch die Anrtenne (gelbes Dreieck).

Hier ist wichtig zu wissen: Autobahn-Sender und SBB-Sender zielen immer in Richtung der Fahrspuren, der Hauptstrahl wirkt ab 100 m bis ca 600 m sehr intensiv.

Eine Erklärung für einen Unfall im engen Kontext mit Funksendern könnten unerkannte epileptische Anfälle sein. Dies würde sich auch mit der Erkenntnis decken, dass ein wesentlicher Anteil der bereits von der Polizei als "epileptische Anfälle" bezeichneten Unfälle im Vorfeld von Funksendern stattfindet. Aufgrund der vergleichsweise kleinen Zahlen habe ich diese Gruppe noch nicht separat ausgewiesen. Ein Hinweis mag aber der Unfall am Zürcher Bürkliplatz geben: ein als Epileptiker bekannter Mann - mit einer ärztlichen Fahr-Bewilligung - hatte auf Höhe Schiffshaltestelle einen epileptischen Anfall, fuhr links Richtung Schanzengraben, wo sein Auto zwei Fischer erdrückte:

Bürkliplatz google eart

Der Mann wurde im Mai 2013 freigesprochen, was unter Berücksichtigung der beschriebenen Umstände stimmig ist. Viele andere in ähnlicher Lage werden allerdings nicht rehabilitiert, weil ihnen niemand diese externe Störungsquelle zu Gute hält. Anders verhält es sich beim Unfallfahrer in Hamburg-Eppendorf, dem 4 Menschen zum Opfer fielen, darunter den bekannten Sozialforscher G. Amendt. Auch dieser Unfall wurde getriggert in der Präsenz einer nahen, links-frontal einwirkenden Antenne.

Die vielen Einschlaf- und Sekundenschlaf-Unfälle finden überwiegend mit Präsenz von Funkfeldern und Hochspannungsleitungen statt. Dies trifft nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Ausland zu. Der (Einschlaf-) Bus-Unfall von Verona im Januar 2017 ereignete sich kurz nach der Querung einer Mittelspannungsleitung zusätzlich mit 2 Sendern frontal und von links auf den Fahrer.

Falls Sie sich im Detail mit der Fragestellung befassen möchten, ist hier der einstündige Video meines Vortrags zu Elektrosmog im Verkehr zu sehen.

Die bisherigen Resultate sind in dieser Tabelle zusammengefasst:

Tabelle Elektrosmog und Funsenderdistanzen 11.2.17

Zum besseren Verständis:

  • Die horizontale Achse zeigt die Distanz von Sendemast bis zu Unfallorten, nach den 4 untersuchten Kategorien.
  • Die Kurve ganz oben zeigt den Verlauf der Strahlungsintensität in Abhängigkeit zur Strahlenquelle (Teilgrafik:   Landesgesundheitsamt Salzburg)
  • Von 144 als "medizinsch" verursacht deklarierten Fällen sind nur 2 in E-smog -freier Umgebung passiert.
  • Bei 142 Unfällen beträgt die durchschnittliche Distanz zu Sendern (und häufig Hochspannungsleitungen beim Ausgangspunkt des Unfallgeschehens) 282 Meter - das bedeutet, in einem Bereich mit starker oder sogar stärkster  Konzentration der Strahlung. Bei vielen Unfällen ist zudem auch eine zweite oder dritte Antenne involviert, jede zusätzliche Antenne auf einen bestimmten Punkt kann dort die medizinisch wirksame Strahlung um bis zu 30 % erhöhen.
  • Bei der Kontrollgruppe (2 Wochen alle von den KAPOs gemeldeten Unfälle der Schweiz) sind mindestens 5 eindeutige Elektrosmog-als-Co-Ursache-Unfälle enthalten, was auf einen Anteil von 3-5% aller Unfälle hinweist.

Perspektiven

Wenn nun auch die hiesige Mobilfunk-Branche mit 5 G weiter aufrüsten will, verheisst das nichts Gutes. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wegen der Expansion der neuen Steuerungstechnologien noch mehr Menschen im Strassenverkehr verunglücken - genau das Gegenteil der behaupteten Vorteile. Die funktechnische Aufrüstung entlang der Autorouten hat ja vor allem ein Ziel: bei der Steuerung der künftigen "autonomen" Fahrzeuge die Kontrolle zu haben - und bald mal zu kassieren. Die bisher angewendeten Systeme sind mit den Anforderungen des Verkehrs ja sichtlich noch lange überfordert und müssten als Übergangslösung vor allem von den unmittelbar vorher fahrenden Fahrzeugen "lernen" - was nur via Funknetze geschehen könnte, wie dies auch beim Modellversuch der Postauto Schweiz  in Sitten der Fall ist. Die EU schlägt für Europa aktuell ein Modell mit 5 G vor.

So entsteht eine immer engere - und fast nicht mehr aufzulösende! - gegenseitige Abhängigkeit von Funktechnologie und den neuen, viel verheissenden Mobilitätsmodellen.

Die Folge wird sein, dass Fahrzeuginsass/innen einerseits von ihren eigenen Handys und dem GPS dauerbestrahlt und Fussgänger und Unbeteiltigte von aussen vom Funkmasten-basierten Netz und den bald notwendigen zusätzlich zehntausenden Baken-Sendern (=lokale Standort-Geber als GPS-backup) belastet werden...dies mit einer aus ökologischer Sicht extrem uneffizienten Technik, weil viel weniger als 1 Promille der Strahlung wirklich dort ankommt, wo sie effektiv gebraucht würde...

Siehe unbedingt auch den Beitrag zur sinkenden Lebensqualität und Lebenserwartung in der Schweiz.

update: 05.17

 

 

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn

Links zum Thema Elektrosmog