HANSUELI STETTLER

"Überalterung" der Gesellschaft, Erhöhung des Renten-Alters  - viel und wirr wird zurzeit diskutiert.
Eher wenig wird dabei auf die Fakten geschaut - die sind: die Lebenserwartung sinkt nämlich in der Schweiz.

Die Arbeitgeberseite behauptete sogar dass sich die Zahl der Rentner in wenigen Jahren fast verdoppeln werde. (M. Kaiser, im Radio DRS 1)

Eine Mitteilung des BFS im Mai war demgegenüber schon viel differenzierter, die Aussagen darin gingen in die Richtung, dass sich in gewissen (Rand-) Kantonen bis in 30 Jahren die Anzahl der Menschen im Rentenalter verdoppeln könnte - dies vor allem wegen der Abwanderung der Jungen.

In der ganzen Schweiz war die Rede eines Anstiegs bei den Rentnerinnen und Rentnern um bis zu 50 %.  Ein "möglicher Anstieg um die Hälfte" ist aber nicht ein "wahrscheinlicher Anstieg auf das Doppelte", wie uns der bürgerliche mainstream suggeriert. Und:  dreissig Jahre sind demografisch ein sehr langer Zeithorizont mit sehr grossen Unsicherheiten.

 

Explosive Informationen...

Dass solche Aussagen möglicherweise völlig spekulativ sind, zeigt die in den Sommerferien 2016 - früher als üblich - veröffentlichte Information des schweizerischen Statistikamtes: die Lebenserwartung aller Schweiz-Bewohnerinnen und –Bewohner ist 2016 gesunken - nach mehreren Jahren immer schwächerer Zuwächse (beginnend etwa ab 2008). Auch SRF berichtete nun in der Tageschau vom 17.5.darüber - allerdings wird der Vorgang mit Argumenten, (die hier nachfolgend widerlegt werden), als "vorübergehend" bezeichnet...

Viel wahrscheinlicher ist darum, dass die Lebenserwartung in der Schweiz bald einmal noch weiter sinkt.

Die offenbar auf die Vitalität wirkenden Faktoren der jüngsten Vergangenheit sind bisher nicht eindeutig identifiziert und darum auch nicht eliminiert. Die Grippe als ernstzunehmender Faktor kann ausgeschlossen werden, wie das deutsche Robert-Koch-Institut schreibt (siehe den Beitrag von 2015 auf dieser website: "Werden wir wirklich immer älter?")

Interessant und entscheidend in der aktuellen Diskussion ist aber, dass die bisherigen guten Zahlen bei der jüngeren Schweizer Lebenserwartungsstatistik vor allem auf die Verbesserung der Sterblichkeit von Jungen und Kleinkindern zurückzuführen war.

Nachdem nun dort die tief hängenden Früchte (Integration der Zuwanderer aus den Ex-jugoslawischen Krisengebieten, Unfallprävention, Präventivmedizin) geerntet wurden, wirkt sich die Verschlechterung der Sterblichkeit bei älteren Jahrgängen umso stärker aus.

Einen deutlichen Hinweis gibt die Darstellung im Tages-Anzeiger zur Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Zürich vom 3.3.17:

Bevölkerungsstatiskt Zürich 3.3.17 aus Ta

 

Eine grosse Gruppe von Frauen im Alter von 65-83, die im Jahr 1993 (schwarze Umrisse) noch lebte (im Bild die Ausbuchtung weit oben), fehlt heute komplett (die farbigen Linienbedeuten je einen Jahrgang, gezählt im Jahr 2015).

Die Pyramide ist im oberen, kritischen Bereich nun viel symmetrischer geworden, die Männer konnten in den Altern ab 80 ganz leicht aufholen (blaue Mikro-Striche neben der Männerkurve 1993)..

Das bedeutet, dass sich die Lebensqualität oder Vitalität dieser Frauen gegenüber derjenigen der Männer in den letzten 20 Jahren ganz massiv verschlechtert hat.

Die deutlich Ausbuchtung in den jüngeren Altern um 20-30  weist auf die neu Zugezogenen hin, zB. Studenten in Ausbildung,

Die Ausbuchtung bei den Kindern gegenüber 1993 zeigt die Bemühungen, den Zürcher Lebensraum für Kinder erträglicher zu gestalten - eine grosse Abwanderung von Familien mit Kleinkindern ins Grüne findet aber trotzdem noch statt.

 

Die vom BFS gezeichnete „dramatische“ Entwicklung des Szenarios „hoch“ bis 2045 wird sich darum kaum einstellen. Erkennbar ist hingegen eindeutig, dass bei Frauen bereits ab Alter 55 die Vitalität dramatisch einbricht, bei Männern erst ab Alter 65:

.Lebenserwartung CH Kohorten 2015

Hingegen darf man davon ausgehen, dass sich durch die Zuwanderung von aktiven Jungen und die gegenüber früher bleibend etwas tiefere Sterblichkeit von Jungen so auswirkt, dass sich das Verhältnis von Rentenzahlenden zu den Rentenbezügern künftig gar nicht so stark verschlechtern wird wie behauptet.

http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/06/blank/key/04/04.html

Und dass aktuell - und noch nie dagewesen! - schon zwei Rentnergenerationen Realität seien, ist definitiv Unsinn -  auch kürzlich in der NZZ gelesen, von einem deutschen Wirtschaftsprofessor. Dazu nur: das Alter von Erstgebärenden ist in der Schweiz ist 30.9 Jahre, (2016) In den 70er waren die jungen Mütter im Durchschnitt 28… Bei einem Rentenalter von 65 auch bei Frauen sind unsere Rentnerinnen also schon Grossmütter. Und die haben im Alter von 65 noch eine Lebenserwartung von  87.2 (obige Tabelle, drittletzte Zeile) mit sinkender Tendenz, wie sie sich heute zeigt, und ihne bleibt genau noch eine Generation Enkel zu hüten. Mehr nicht; Urenkel gibt es somit bald nur noch als rare Ausnahme.  

Alles andere ist Ideologie - und offenbar bewusste Irreführung, weil sich Profis in diesem Sektor sehr wohl informieren....

Die Diskussion um die Ursachen der Verschlechterung der Lebensqualität ab Alter 50 muss nun intensiv geführt werden. Die bekannten Einflüsse wie Asbest, Dioxin, Feinstaub, Schwerindustrie, Deponien, Chemie und ähnliches sind in der Schweiz seit Jahrzehnten bekannt und seit der Jahrtausendwende im Prinzip gebändigt. Ebenso die Wirkungen der verschiedenen gesellschaftlich verbreiteten Suchtmittel. Ein auch schon diskutierter Einfluss äusländischer Sterbe-"Touristen" auf unser Sterbealter ist äusserst  minim, da es pro Jahr unter 200 Fälle sind, die im Schnitt 69 Jahre alt sind. Ein sogar gegenteilig wirkender Mechanismus ist die in den letzten Jahrzehnten laufend und stark gesunkene post und peri-natale Kindersterblichkeit, die wohl den negativen Effekt anderer Ursachen schon länger unerkannt aufgefangen hat.

Neu dazugekommen als technische Ursache ist eigentlich nur der Mobilfunk, der mit seinen fünfunddreissigtausend Haupt- Senderstandorten und mehreren hunderttausenden lokalen Gebäude-Standorten wie w-Lan und Schnurtelefone unseren Lebensraum belastet. Und auch in den Altersheimen und Spitälern Einzug gehalten hat - mir der Folge, dass die Polymorbidität und die Resistenzen gegen Keime dort ansteigen werden.

Dass vor allem die Krebserkrankungen kontinuierlich zunehmen, weist auf eine solche Ursache hin, ebenso, dass an Arbeitsplätzen in Gebäuden (Dienstleistungsbranche) gegenüber solchen im Freien (Industrie und Bau) immer mehr Krankheitstage und immer längere Absenzen zu verzeichnen sind. Die vermuteten psychischen Probleme weisen auf vermehrtes burn-out hin, welches wiederum meist auch auf Schlafmangel und elektromagnetisch verseuchte Umgebung zurückgeführt werden kann.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/starker-anstieg-beim-bezug-von-krankentaggeldern/story/22448290

- wo durch Funk die zirkadiane (im Tagesgang unterschiedlich verlaufende ) Hormonausschüttung gestört wird, ist auch der Schlafmangel nicht weit.
- viele gesundheitliche Probleme werden durch Funk entweder verursacht oder sicher verschlimmert. Hier erfahren Sie mehr.

Weitere wichtige, behörden- und industrieunabhängige Informationsquellen: 

www.diagnose-funk.org,  

http://www.bioinitiative.org

www.gigaherz.ch

www.strahlungsfrei.ch

 

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